Dies & Das
Denkmaltage konzentrieren sich auf Arth
Der Dorfbrand, der Bergsturz und das Haus Baltisbergli in der Gemeinde Arth stehen im Fokus.
Regelmässig am zweiten Wochenende im September finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Organisiert werden sie für die Schweiz gemeinsam durch das Bundesamt für Kultur (BAK), das Netzwerk Kulturerbe Schweiz und kantonal durch die schwyzerische Denkmalpflege. Die Schweiz und der Kanton Schwyz beteiligen sich seit 1994 daran, dieses Jahr werden landesweit 400 Veranstaltungen angeboten. Im laufenden Jahr richten sich die Denkmaltage thematisch auf die Fragen, wo, warum und aus welchen Gründen unser bauliches Kulturerbe bedroht sein kann. Als Gefahren werden die intensive Bautätigkeit, die fortlaufende Urbanisierung, der Übertourismus, der Klimawandel und die Mobilität erwähnt. Gleichzeitig soll angesichts dieser Entwicklungen auch aufgezeigt werden, wie gemeinsam Lösungen gefunden und neue Wege zum Erhalt des Kulturerbes beschritten werden können.
Vier Veranstaltungen in der Gemeinde Arth
Dieses Jahr sind diese europäischen Kulturtage auf das Wochenende vom 12./13. September angesetzt worden. Im Kanton Schwyz konzentriert sich das Angebot mit vier Veranstaltungen auf die Gemeinde Arth. Auf einem geführten Dorfrundgang wird gezeigt, wie 1719 beim Brand von Arth innert vier Stunden der ganze Dorfkern mit 76 Gebäuden zerstört worden ist. Auf einer weiteren Führung wird geschildert, wie 1806 beim Bergsturz von Goldau ein ganzes Dorf verschwunden ist, heute rund 30 Meter unter dem Boden begraben liegt, darüber aber ein neues Dorf mit einem Kreuzungspunkt der Eisenbahnen entstanden ist. In einem Kinderprogramm wird gezeigt, dass durchaus noch Spuren dieser aussergewöhnlichen Geschichte zu entdecken sind. Betreut vom Fach Didaktik der Künste an der Pädagogischen Hochschule werden die Kinder eingeladen, Goldau zu diesem Thema auf eigene Faust zu entdecken. Ganz anders sieht die vierte Führung aus. Sie führt zum Haus Baltisbergli am westlichen Abhang des Rossbergs oberhalb Arth. Dieses markante Haus ist 1601 erbaut worden und weist konstruktive Elemente auf, welche spannende Einblicke in die Entwicklung des Hausbaus in der Zentralschweiz zwischen dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit aufzeigen. Dieser Blockbau stand nun jahrzehntelang leer, war unbewohnt und ist damit heute sanierungsbedürftig. Zudem befindet sich das Haus gemäss Naturgefahrenkarte im Bereich einer erheblichen Gefährdung durch Erdrutsche. Die Eigentümerschaft beabsichtigt, das Haus in Zusammenarbeit mit den Architekten und der Bauforschung sorgfältig zu restaurieren, daraufhin wieder als Wohnhaus zu nutzen und so zu retten. Damit kann einer der wenigen dokumentierten Blockbauten des Spätmittelalters im Kanton Schwyz erhalten werden.
Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher
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Bote der Urschweiz
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