Dies & Das
Die Kultur dominiert den Lotteriefonds
Der Lotteriefonds schüttete im Kanton Schwyz im Jahr 2025 rund 9,8 Millionen Franken aus. Wir haben die 23-seitige Tabelle genauer angeschaut, sie analysiert und interessante Beiträge herausgepickt.
Das Schwyzer Finanz departement publizierte kürzlich die jährliche Liste der Begünstigten aus den letztjährigen Lotteriefondsbeiträgen. Grundsätzlich sind die Beiträge aus dem Lotteriefonds in verschiedene Sparten gegliedert, wobei die Kategorie «Sport» mit vielen kleinen und mittleren Beträgen ins Gewicht fällt. Total wurden in diesem Bereich Beträge für 3,23 Millionen Franken ausgeschüttet. Getoppt wird dies einzig von der Sparte «Kultur» mit total 4,93 Millionen Franken.
Die weiteren Sparten sind:
• Sozialwesen (total CHF 807 000)
• Bildung & Forschung (CHF 350 000)
• Umwelt & Entwicklungshilfe (CHF 314 000)
• Jugend & Erziehung (CHF 145 000)
• Gesundheit (CHF 72 000)
Das ergibt fürs Jahr 2025 gesamthaft 9,48 Millionen Franken an Lotteriefonds-Beiträgen. Andreas Betschart, Sekretär des Schwyzer Finanzdepartements, sagt dazu: «Die Anzahl Gesuche ist der bestimmende Faktor für die Höhe der Beiträge.» Aktuell habe man genügend Mittel, um die unterstützungswürdigen Gesuche entsprechend auszuzahlen. Fürs Jahr 2024 wurden ebenfalls knapp 10 Millionen Franken an Lotteriebeiträgen ausgeschüttet. Die Aufzählung der Begünstigten war jedoch «nur» 16 Seiten lang und damit um ein Drittel kürzer als die aktuelle.
Kultur in diversen Kantonen
Werfen wir einen genaueren Blick in die einzelnen Sparten: Die Beiträge an die «Kultur» fürs letzte Kalenderjahr werden auf knapp fünf Seiten wiedergegeben. Die beiden grössten Beträge sind wiederum die Kulturlastenausgleiche an die Kantone Zürich und Luzern. Als Dritter auf dem Podest folgt das Y-Magazin. Auch das Schwyzer Kulturblatt «SzeneKultur» wurde im letzten Jahr mit rund 43 000 Franken subventioniert. In der Rangliste der grössten 100 Lotteriefonds-Beiträge des letzten Jahres ist die Kultur auf den Spitzenplätzen sehr prominent vertreten: Auch die Neugestaltung des Infopavillons bei der Hohlen Gasse, der Natur- und Tierpark Goldau oder die Lok7 auf der Rigi durften im Namen der Kultur namhafte Beiträge einnehmen.
Dazu gibt es viele verschiedene Werkbeiträge (im Wert von 15 000 bis 26000 Franken), die jeweils öffentlich ausgeschrieben werden. Es wurden beispielsweise auch 426 Franken für ein Landammann-Porträt bezahlt, das Jubiläumskonzert des Chors 60 plus Ausserschwyz mit 1500 Franken unterstützt, das Buch «Märchler Fasnacht» von Andreas Winet mit 5000 Franken oder auch für die CD-Release-Tour von Eleonora Em gab es 3000 Franken.
Es finden sich sehr viele verschiedene Anlässe und Institutionen unter der Sparte «Kultur»: Ans Gauklerfäst Freienbach wurden 4000 Franken beigesteuert und die Wörterseh GmbH erhielt einen «Übersetzungsbeitrag» von 2000 Franken für das Buch «Der Berset-Code». Bereits 2024 erhielt das «Fachgremium & Hochbauamt» einen namhaften Betrag für die Kunst am Bau in der neuen Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon. Für 2025 waren es erneut 79 000 Franken.
Bekanntlich wird der Kanton Schwyz an der Olma 2026 in St. Gallen zu Gast sein. Hierfür wurden bereits 55 278.20 Franken an Lotteriegeldern verbucht. Später folgt noch ein grösserer Brocken: Insgesamt bewilligte der Regierungsrat für die Olma einen Budgetrahmen von 1,4 Mio. Franken aus den Mitteln des Lotteriefonds.
Für das laufende Jahr und in Zukunft werden die Kultur-Beiträge weiter ansteigen: Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass die kantonale Kulturkommission mehr Mittel aus dem Lotteriefonds erhält. Die Summe wird um 2 Millionen Franken aufgestockt. Damit soll die Unterstützung für Kulturvereine und -institutionen gestärkt und die stark gewachsene Zahl von Gesuchen bewältigt werden.
Vereinsbeiträge, Nachwuchs und Anlässe
Wechsel in die Kategorie «Sport»: Es gibt hierzu extrem viele Positionen. Der Gesamtbetrag ist jedoch um einiges tiefer als in der Sparte «Kultur». Es gibt viele Vorgaben und Reglemente, wer beitragsberechtigt ist und wofür. Sportvereine können mit der Angabe von Mitgliederzahlen, Jahresrechnung und weiteren einen jährlichen Vereinsbeitrag erwirken. Die Höhe variiert jedoch stark. Beispielsweise durften die Feldschützen Altendorf einen Vereinsbeitrag von 2490 Franken entgegennehmen, der DTV Wollerau von rund 1000 Franken. Bei den Feldschützen Feusisberg war der Vereinsbeitrag 100 Franken, die kleinste Position im gesamten Lotteriefonds. Am anderen Ende der Skala sind beispielsweise die White Wolves Wollerau mit etwas über 17 000 Franken beheimatet oder auch die Fight Academy March mit über 22 000 Franken. Die Beiträge aus dem Lotteriefonds sind nicht zu verwechseln mit J+S-Geldern. Diese kommen vom Bund und werden separat abgerechnet.
Honoriert wird auch die Durchführung von Anlässen. Beispielsweise erhielt der Aerosport Club Wollerau fürs «Swiss Open» 4700 Franken, der FC Buttikon organisierte diverse Turniere oder auch die Korbballriege Pfäffikon für ihr Turnier, die Männerriege Wangen für ihr Faustballturnier oder auch die Schützengesellschaft Tuggen für ihr Einzelwettschiessen.
Auch Nachwuchssportler sind stark vertreten: Von Albisser Enya aus Altendorf, die in den Sportarten Segeln/ Windsurfen aktiv ist, erhält im Rahmen der Athletenförderung 1000 Franken bis hin zu Züger Robin, Altendorf, der Unihockey spielt. Sie sind zwei der Regional- Swiss Olympic. Wer eine Swiss Olympic Card «National» oder «Elite» besitzt, erhält sogar einen Unterstützungsbeitrag von 3000 Franken.Die Anzahl Nachwuchsathleten, die in Besitz einer Talentkarte sind, steigt stark an: Im letzten Jahr waren es in unserem Kanton bereits 225.
Beitragsberechtigt sind Vereine oder auch kommerzielle Angebote, beispielsweise erhalten auch Langlaufloipen Infrastrukturbeiträge oder auch die Padelwerk GmbH für eine neue Anlage in Altendorf 2500 Franken. Die Eisfelder in Lachen und Wollerau erhielten je einen Sportinfrastruktur-Beitrag von 3000 Franken oder auch die Ferien- und Sportregion Ybrig 10 000 Franken für einen Verbundswanderweg.
Bisher waren die Richtlinien für Beiträge an den Bau von Sportinfrastruktur bei 75 000 Franken gedeckelt. Diesen Beitrag erhielt beispielsweise der SC Siebnen für seinen neuen Allwetterplatz Ausserdorf. Ab dem laufenden Jahr wird dieser Maximalbeitrag jedoch auf 100 000 Franken angehoben. Der bisherige Betrag für die Spar-te «Sport» wurde von 3 auf ganze 4,5 Millionen Franken angehoben, wie bereits kommuniziert wurde.
Soziales, Bildung und Forschung
Unter der Kategorie «Sozialwesen» erhielten vor allem Stiftungen und sons-tige gemeinnützige Organisationen Beiträge. Zum Beispiel die BSZ Stiftung 20000 Franken, Procap March-Höfe 30 000 Franken oder auch der Verein Allegra March 2000 Franken. In der Kategorie «Sozialwesen» beträgt die Summe aller gesprochenen Gelder 807 000 Franken.
Unter dem Titel «Bildung und Forschung» gibt es einige Posten zu Archäologie, die ins Gewicht fallen, ausser im Zürichsee (97 000 Franken) auch eine bauarchäologische Einschätzung für 38 000 Franken oder der Defizitdeckungsbeitrag fürs Verkehrshaus von 96 000 Franken. In dieser Kategorie beträgt die Summe aller gesprochenen Gelder 350 000 Franken.
Unter «Umwelt und Entwicklungshilfe » flossen wie angekündigt 250 000 Franken für die Walliser Gemeinde Blatten oder auch 50 000 Fr. an den Kantonal-Schwyzerischen Fischereiverband für den «Naturfonds Lebendige Gewässer». Die total sechs Gesuche in dieser Sparte ergeben eine Gesamtsumme von 314 000 Franken.
Unter Jugend und Erziehung (total 145 000 Franken) fallen unter anderem ein Beitrag an Pro Juventute Schweiz von 31 000 Franken oder auch das Kinderparlament mit 10 000 Franken.
In der «kleinsten» Kategorie, Gesundheit, wurden 72 000 Franken ausgegeben, hier profitieren beispielsweise der Samariterverband Kanton Schwyz mit rund 10 000 Franken oder auch die Stiftung Schweiz Mobil mit 19 000 Franken.
Fazit
Ein grosser Teil der Lotteriefonds- Gelder fliesst in kantonale Grossprojekte oder wird sogar ausserkantonal weiterverwendet. Innerhalb des Kantons sind die Gelder ebenfalls ungleich verteilt. Während March und Höfe zwar nicht schlecht wegkommen, fliessen die ganz grossen Beträge eher in den inneren Kantonsteil.
Die gesamte Begünstigtenliste ist unter www.sz.ch («Lotteriefonds») aufgeschaltet.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Patrizia Baumgartner
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
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www.schwyzkultur.ch/UWgRTS