Musik

«Ein Finale in Tuggen ist doppelt schön»

Morgen steigt im The Bandits das diesjährige Finale des Talentwettbewerbs BandXsz. Timo Iten, Leadgitarrist der Band Three Seconds of Silence, ist der einzige Ausserschwyzer Vertreter und als Tuggner ein echter Lokalmatador. Los geht’s um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Rafael Muñoz: Was bedeutet euch als Band und dir persönlich das Finale in Tuggen?

Timo Iten: Das ist natürlich speziell, denn es ist das erste Mal, dass wir mitmachen. An den Vorausscheidungen haben wir als Band auch das erste Mal überhaupt live gespielt – es gibt uns erst seit einem Jahr. Das Finale in Tuggen ist für mich deshalb doppelt gut: Wir freuen uns mega, überhaupt im Finale zu sein, damit hätten wir nicht gerechnet. Und dass es in Tuggen stattfindet, ist für mich schön, weil es im Heimatdorf ist.

 

Wie ist eure Band entstanden?

Ich war 2023 zufällig beim Finale von BandXsz, weil es am Open Air Altendorf stattfand. Dort habe ich einen Gitarristen von einer anderen Band kennengelernt. Ich wollte schon länger mit Gleichaltrigen in einer Band spielen, und ein Jahr später habe ich ihn über Instagram angeschrieben. Er suchte auch etwas Neues und war dabei. Den Schlagzeuger haben wir über das Online-Portal Findmyband gefunden. Zu unserem Glück hatte er einen Bandraum, denn das ist nicht einfach zu finden. Dann kam ein Bassist dazu, den wir auch von BandX kannten. Jetzt sind wir noch auf der Suche nach einem Sänger, aber sonst sind wir komplett.

 

Wie kam es zu eurem Bandnamen?

Unser Schlagzeuger spielt relativ aggressiv und relativ viel, auch dann, wenn er nicht spielen soll. Dementsprechend sind drei Sekunden Ruhe beim Proben eine Seltenheit. Irgendwann sind wir aus Spass darauf gekommen und das hat als Bandname gepasst.

 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Ich habe schon relativ früh die Musik gehört, die ich jetzt spiele, und wollte immer Schlagzeug oder Gitarre spielen. Vor bald zwölf Jahren habe ich mit der akustischen Gitarre angefangen, habe dann irgendwann auf E-Gitarre gewechselt und spiele jetzt beides.

 

Von Gitarrenhelden spricht man seit den späten 60er-Jahren, als Musiker wie Jeff Beck oder Jimi Hendrix die Rolle der E-Gitarre verändert haben. Hast du bestimmte Vorbilder?

Einige, ja. Mark Tremonti ist ein grosses Vorbild oder John Petrucci. Unter den Schweizern ist natürlich Leo Leoni ein bekannterer Name, der Leadgitarrist von Gotthard. Sein Spielstil gefällt mir sehr gut, vor allem seine Solos.

 

Warum fasziniert Hardrock oder Metal heute noch junge Menschen?

Allein schon die Stimmung an einem Konzert oder Open Air, wo diese Musik läuft, ist eine ganz andere als bei anderen Musikrichtungen. Es ist eine andere Energie, die rüberkommt. Das Volk, das die Musik hört, sei es Hardrock oder Metal, ist im Grunde sehr, sehr friedlich. Wenn man da einmal drin ist, ist das wie eine grosse Familie. Die Musik transportiert eine spezielle Energie. Entweder man mag es oder nicht.

 

Hörst du auch andere Musik?

Ja, auf jeden Fall. Zum Teil auch mal Ländler, dann wieder Hardrock, mal Metal, mal Grunge, alles Mögliche. Mit Techno Hardstyle kann ich nicht allzu viel anfangen, aber sonst: Pop, Country – ist alles okay.

 

Aktuell spielt ihr Coverversionen, wollt aber eigene Musik schreiben. Welcher Stil schwebt euch vor?

Ein wenig in Richtung Post Grunge, Nu Metal, Metalcore, denke ich.

 

Was war das für ein Erlebnis, bei BandXsz aufzutreten?

Sehr speziell für uns. Unser Schlagzeuger hat zum ersten Mal überhaupt live gespielt. Es hatte dieses Jahr relativ viele gute Teilnehmer dabei und die Spannung war schon sehr gross. Man sieht die anderen spielen und die Aufregung steigt, weil man nicht weiss, wann man dran kommt. So ist man den ganzen Abend relativ nervös. Aber es ist megacool, es sind wirklich überraschend gute Leute dabei gewesen. Insgesamt war es für uns alle der beste Auftritt, den wir je gehabt haben.

 

Was erhofft ihr euch vom Finale?

Das Wichtigste ist für uns, dass wir Spass haben und den Abend mit unseren neuen Kollegen und den Leuten aus anderen Bands, die wir dort kennengelernt haben, geniessen können. Wenn man gewinnt, ist das sicher schön, aber das Wichtigste ist, mit anderen Bands Kontakt zu schliessen. Wir haben aber in der Woche einiges vorbereitet, es könnte also die eine oder andere Überraschung geben.

 

Du arbeitest Vollzeit, die Musik ist noch ein Hobby. Habt ihr bereits grössere Pläne?

Also, ich habe nicht vor, jetzt gerade meinen Job zu kündigen. Den habe ich sehr gerne und will dabeibleiben. Stand jetzt weiss ich nicht, ob ich mir vorstellen kann, in Vollzeit nur Musik zu machen. Ich stelle es mir relativ stressig vor, es gehört viel Glück dazu. Es wird sicher ein grosses Hobby bleiben. Wenn es sich ergibt, grössere Open Airs oder in grösseren Hallen zu spielen, wäre das sicher schön. Wir schauen jetzt, was dabei herauskommt, haben uns aber kein fixes Ziel gesetzt.

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Rafael Muñoz

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.06.2026

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