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Einsiedeln im Fokus am Fram-Clubabend

Der Vorstand des Fram-Clubs versteht es immer wieder, ein spannendes und vielseitiges Programm zu bieten. So wiederum geschehen am vergangenen Donnerstag, wo sich etwa siebzig Personen im Museum Fram für das Thema «Texte und Musik aus fünfhundert Jahren» interessierten.

Die Hauptpersonen des Abends waren Andrea Wiesli, studierte Musikwissenschaftlerin, die Texte verschiedenster Autoren musikalisch umrahmte, zusammen mit dem Schauspieler Peter Hottinger, auch Sprecher im Schweizer Fernsehen, der Texte von Autoren las, die in der neuen Dauerausstellung erwähnt sind. Den Beginn machte eine Lesung über «Zwinglis Fehltritt in Einsiedeln», ein bedeutendes Ereignis, das er damals in einem Brief zu rechtfertigen versuchte. Darauf spielte Andrea Wiesli das einfühlsame Stück «Aufforderung zum Tanz» von Carl Maria von Weber.

 

Kaum noch ernst zu nehmende Geschichte

Weiter erfuhren die Anwesenden, wie der Benediktiner und Buchautor Cölestin Muff die Frau Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gering einschätzte, hätten sie doch langes Haar aber kurzen Sinn. Dann aber ermahnte der Benediktiner die Männer, ihren Frauen gegenüber doch wieder nachsichtig zu sein. Das anschliessende Klavierstück «Hexensabbat » (von Clara Schumann) passte prima zu dieser kaum noch ernst zu nehmenden Geschichte in der heutigen Zeit. So wechselten sich sechs Texte mit Musik, alle auf die aktuelle Ausstellung wunderbar abgestimmt, den ganzen Abend. Zur Überraschung vieler schrieb der Einsiedler Dichter Meinrad Lienert nicht nur in Mundart, sondern im Stück «der Pfauenwirtin Töchterlein» mit der Hauptrolle Heleneli Gyr auch Texte in Schriftsprache.

Friedrich Dürrenmatts Kriminalroman «Der Richter und sein Henker» wurde ursprünglich nicht in seinem Heimat Verlag, sondern im Einsiedler Benziger Verlag mit grossem Erfolg gedruckt. Weiter der höchst spannende Text «Vogel Oechslin» von Thomas Hürlimann mit dem wunderbaren Klavierspiel «Romanze Nummer vier». Gegen 22 Uhr konnte Walter Kälin diesen unterhaltsamen Fram-Abend mit den eindrücklich gelesenen Texten und den so passend gespielten Klavierstücken abschliessen und den beiden Hauptpersonen herzlich danken. Der grosse Applaus war mehr als verdient. Abschliessend machte Walter Kälin auf die nächste Veranstaltung mit dem Klavierduo Adrienne Soos und Ivo Haag sowie mit ihren Studierenden der Hochschule Luzern aufmerksam.

 

Einsiedler Anzeiger / Wolfgang Eberle

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Einsiedler Anzeiger

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Publiziert am

12.05.2026

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