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Erinnerungen an den grossen Volksmusiker

Dieser Tage wäre «Sity Domini» 90 geworden. Er war ein unvergesslicher Musikant, Bassist, engagierter Brauchtumspfleger und Moderator.

Wer erinnert sich noch an das ehrwürdige Schwyzer Casino, da, wo jetzt das Mythenforum steht? Einige mögen sich noch daran erinnern und sicher auch an die legendären Gäueler- und Brauchtumsabende, die «Sity Domini» moderierte. Er wirkte auch wacker mit. An einem dieser Abende tanzte oder eben gäuerlete Domini so herzhaft, dass plötzlich die alte Bühne zusammenkrachte. Passiert ist ihm zum Glück nichts, aber so war er: Brauchtumspfleger mit Herzblut.

Am 10. Juli jährte sich der 90. Geburtstag von Dominik Marty-Kündig, besser bekannt eben als «Sity Domini». Sein Name wurde schon zu seinen Lebzeiten eine Marke der Volksmusik. Der unvergessliche Volksmusikant aus dem Hirschi, Schwyz, verstarb am 31. August 2005 im Alter von 69 Jahren. Seine Spuren in der Schweizer Volksmusikszene sind jedoch bis heute unübersehbar. Vor genau 67 Jahren, im Jahr 1959, begann der damals 23-Jährige seine beeindruckende musikalische Laufbahn bei den bekannten «Druosbärg-Büeblä». 

 

Am Bass, am Büchel und am Schwyzerörgeli stark

Marty, ein Landwirt und Älpler aus Schwyz, war Bassist bei den Druosbärg-Büeblä, mit denen er zwei Schallplatten veröffentlichte. Gemeinsam mit dem Arther Ländlermusikanten Rees Gwerder brachte er fünf weitere Platten heraus, hinzu kamen noch drei Platten mit der Kapelle Bürgler-Rickenbacher. Aufnahmen von ihm sind auch auf der 1994 erschienenen Sampler-CD Schräg Dahoam 2 zu finden.

Eine weitere Station war die Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten Ernst Jakober und dessen Ländlerkapelle «Di urchige Glarner». Jakober komponierte traditionelle Ländlermelodien, die «Sity Domini» am Bass begleitete. 

 

Traditionelle Melodien vor dem Vergessen bewahrt

Seine tiefe Verbundenheit zur Heimat prägte sein ganzes Wirken. Von 1970 bis 1996 drückte er der renommierten Illgauer Ländlermusig seinen Stempel auf. Er wirkte im legendären Trio Bürgler, in der Kapelle Illgauer-Gruess sowie im Trio Bürgler-Rickenbacher mit. Zusammen mit Toni Bürgler sel., dem Vater des urchigen, lüpfigen und bodenständigen Illgauer Stils, prägte er den unverkennbaren Sound.

Dank «Sity Domini» wurden unzählige traditionelle Melodien vor dem Vergessen bewahrt. Seine Musik ist auf zahlreichen Tonträgern wie Langspielplatten, Kassetten und CDs für die Nachwelt erhalten geblieben. Auch seine Aufnahmen von «Büchelgsätzli» mit Ländlermusikbegleitung und echten Naturjüüzli zeugen von seinem grossen Können. Neben Radio- und Fernsehauftritten war er als versierter Bassist ein gefragter Mann. In über 30 verschiedenen Formationen im Kanton Schwyz und weit darüber hinaus lieferte er das musikalische Fundament. 

 

Bekannt aus Radio und Fernsehen

Seine Leidenschaft führte ihn um die ganze Welt. Er bereiste Senegal, Kairo, Japan, China, Kalifornien und Südamerika sowie Paris, um den Menschen anderer Nationen die Schweizer Sitten und Gebräuche näherzubringen. Im Jahr 1980 präsentierte er im Schweizer Fernsehen DRS stolz die «Alpstubete uf dr Käsere-Alp» im Hoch-Ybrig, wo er die Alp «z Hinterofä» besass, auf der noch heute alljährlich Vieh gesömmert wird. Seine markante Stimme brachte er zudem viele Jahre als Vorjodler im Jodlerklub Echo vom Mythen ein, der bald sein 100-jähriges Bestehen feiern darf. Auch als Organisator und Vereinsmensch war Dominik Marty unermüdlich. Zwischen 1973 und 1977 gehörte er zu den tragenden Kräften des ­«Gäuerler-Abigs» im Casino Schwyz. In den 1950er-Jahren präsidierte er die traditionsreichen Schwyzer Greifler, die am kommenden Dreikönigstag ihr 110-Jahr-Jubiläum begehen können.

Ebenso engagiert war er von 1973 bis 1989 im Vorstand der Sennengesellschaft Schwyz. Dort trug er massgeblich zum grossen Bekanntheitsgrad der «Schwyzer Sännechilbi» bei. Für seine Verdienste wurde er 1989 gemeinsam mit Sennenpräsident Dominik Annen und dem Schwyzer Heimatdichter Paul Kamer zum Ehrenmitglied ernannt. 

 

Bote der Urschweiz / Josef Heinzer und Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Musik
  • Volksmusik

Publiziert am

15.07.2026

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