Bühne
Hinter vornehmer Fassade lauert der Verdacht
Die Theater Teens der Musikschule Wollerau traten am Freitagabend in der Aula Riedmatt mit ihrer klug komponierten Eigenproduktion «Mord im Adelshaus» auf.
Blaues Blut schützt vor wenig, schon gar nicht vor Abgründen im engsten Kreis. Das erfährt Psychiater Herbert Kronbach am eigenen Leib. Mit Erdnüssen wird bei ihm ein allergischer Schock ausgelöst. Wer steckt hinter der heimtückischen Tat? Grund dazu hätten einige. Köchin Viola rechnet mit ihrer Entlassung. Die älteste Tochter Louisa fühlt sich vernachlässigt. Der Adoptivtochter Yasmin verwehrt Herbert die Namen ihrer leiblichen Eltern. Nesthäkchen Kiara ist eifersüchtig auf ihre Schwester. Und dann ist da noch die verschrobene Psychologin Theresa Goldberg, die als Patientin vorgestellt wird und sich rund um die Uhr im Hause Kronbach aufhält.
Trau, schau, wem
Ein Fall für das Duo Cassidy Brown und Jacky Blue, das eifrig ermittelt. Die Darstellerinnen Angelina, Elea, Ilona, Julie, Larissa, Linda und Olivia führen unter der Regie von Renate von Rickenbach gekonnt durch ein Geflecht aus falschen Fährten. Selbst das Publikum darf bei einer Befragung sein Urteil abgeben. Die Schülerinnen bespielen dabei souverän die ganze Klaviatur des Krimis. Eine Fahndungsfoto- Choreografie greift die Bildsprache klassischer Kriminalfilme auf, die Melodie von «Guten Abend, gut’ Nacht» kehrt in immer neuen Variationen wieder und zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufführung. Präzises Timing, trockener Humor und eine beeindruckende Souveränität im Spiel prägen die Vorstellung. Am Ende nimmt der Fall eine letzte Wendung und lässt die Täterin zugleich als Opfer erscheinen.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Micha Brandstetter
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