Musik
Musikalisches Feuerwerk mit den Alphorn-Stars «Lochus»
Die Konzertreihe «Kloster Klang Einsiedeln» endete am letzten Samstagabend mit einem hervorragenden Auftritt von «Lochus» – dem etwas anderen Alphorn Quartett. Das Publikum ging begeistert aus dem Grossen Saal.
Stille – was soll sie, was kann sie, wie klingt sie? Dazu hat «Kloster Klang Einsiedeln» im Grossen Saal des Klosters eingeladen – zum Nachdenken, Hinhören und Geniessen. Was geschieht im Moment der Stille? Und welche positiven Entwicklungen löst bewusste Stille aus? Für den Abschluss dieser besonderen Konzertreihe am letzten Samstagabend sorgte das «Lochus Alphorn Quartett».
Ein musikalisches Feuerwerk
Das Programm versprach: «archaische, traditionelle Klänge», die auf groovigen, swingenden, rockigen, melancholischen und mitreissenden Spielwitz treffen. Eine solch vielversprechende Konzertstunde wollte sich das zahlreiche Publikum nicht entgehen lassen. Entsprechend aufgeräumt und locker war die Stimmung im altehrwürdigen Barocksaal. Jonas Bürgin, der Programmverantwortliche, führte zu Beginn kurz in den Klang der Stille ein und betonte, wie «Stille » Auftakt zu Kreativität sein kann. Und schon ging es los mit dem musikalischen Feuerwerk.
Wie es sich für einen edlen Auftritt gehört, begann der Auftritt mit einer Fanfare, der «Olympic Fanfare», die John Williams für die olympischen Spiele in Los Angeles 1984 schrieb. Und es ging gleich weiter, mit dem Galopp aus Wilhelm Tell und einem Ausschnitt aus Verdis Aida. Eigentlich lauter Melodien, die nicht als traditionelle Alphornwerke gelten. Genau das reizt die vier Musiker. Kraftvoll, lebendig und voller Spielfreude zeigten die vier auf echt professionelle Art, was mit diesem «Bauerninstrument» auch noch möglich ist. Besonders erwähnt sei nicht nur die Klangkultur des einzelnen Spielers, sondern auch die sauber abgestimmten Harmonien des Quartetts, eine Wohltat zum Hinhören.
Erinnerungen an Basel
Neben traditionellen Melodien, auch sie haben Platz im Lochus-Repertoire, spielten sie auch viele eigene Arrangements und Kompositionen. Für die meisten Arrangements zeigt sich vorwiegend Bandleader Erwin Füchslin verantwortlich. Mit «Liamor», «Loch-us» und «Alphorn Dreams» steuerte er auch Eigenes bei. Aber auch Patrik Stadler, Spieler der tiefen Töne, komponierte zwei Titel, den «Munggätanz» und «Äs laift», «es läuft» sei in der absoluten Stille des Urserentals entstanden. Erwin Füchslin moderierte sympathisch das Programm. Auch er erzählte von stillen Momenten, wie sie zu einer kreativen Idee führen können. Er erwähnte zudem den grossen Auftritt letztes Jahr am ESC, dem Eurovision Song Contest, in Basel. Logisch folgte mit «Eurovision-Alp» die Erkennungsmelodie aus dem «Te Deum» von Charpentier und als weitere Erinnerung an Basel «Ne partez pas», ein Hit von Céline Dion.
«Lochus – das etwas andere Alphorn Quartett»
Die Mitglieder des «Lochus Alphorn Quartett» verbinden Tradition und Gegenwart, sie beeindrucken mit grosser Virtuosität, musikalischer Präzision und Ausdruckskraft. Ihre Spielfreude und das Experimentieren mit den Naturtönen machen dieses Quartett einzigartig. Dazu gehören mehrere Merk-male: mit dem Alphorn nicht spielbare Töne, die doch gespielt werden, ungewohnte Rhythmen, die doch mit einem Alphorn unmöglich sind. Witzig, wie solche Passagen umgangen werden. Die vier sind auch versierte Musiker in anderen Musikstilen. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in ihrem Auftritt wider. So kommen gar Schlagzeug und weitere Rhythmusinstrumente zum Einsatz, etwa in Macarena, der Hit erhielt ein richtiges Latinofeeling. Und das Allernatürlichste, der Gesang, lebte in «When the Saints» und «Tiger Rag» auf.
Man merkt: richtige Ohrwürmer, von denen sich das zahlreiche Publikum am Samstagabend anstecken liess. Bei «Amazing Grace» noch nicht, doch bei der «Amboss Polka» liessen sich die Zuhörer von der unbeschwerten Frische der Spieler und Spielfreude endgültig anstecken und verlangten mit einem Riesenapplaus die Zugabe. Und bei Wellerman, mit Bassdrums und Gesang, war das Publikum vollends aus dem Häuschen!
Einsiedler Anzeiger / René Steiner
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kontakt
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/wurnPF