Musik
Vom Bächlein zu Bach
An den drei Rigi-Musiktagen bildete das berühmte «Forellenquintett» einen der Programmhöhepunkte.
Seit 2014 geben sich Mitte Juli auf der Rigi neben dem Schwingervolk auch herausragende Interpretinnen und Interpreten der klassischen Musik ein Stelldichein. Die diesjährigen Kammermusik-Konzerte auf der Kulm und in den beiden Kirchen von Rigi Kaltbad bestritten vornehmlich Musikerinnen, die sehr unterschiedliche Saiteninstrumente von Harfe bis Kontrabass beherrschen.
Erstmals lud die künstlerische Leiterin Diemut Poppen gleich fünf junge Preisträgerinnen ein, die zusammen das Young Tonhalle Quintett bilden. An den beiden Abendkonzerten wurden die Frauen vom Pianisten Matan Porat am Steinway-Flügel des Hotels Rigi Kulm begleitet.
«Das Stück wird selten gespielt»
Beim Eröffnungskonzert am Freitag machte er zusammen mit der Berliner Geigerin Viviane Hagner den Auftakt mit der fröhlichen Violinsonate A-Dur, die Johannes Brahms 1886 am Thunersee komponiert hat. Auch auf der Rigi soll sich der Deutsche damals wohlgefühlt haben.
Weiter hörten die 50 Konzertbesucherinnen und -besucher fünf tanzartige Stücke von Dmitri Schostakowitsch. Eines davon hiess «Der helle Bach». Es bildete den Übergang zum «Forellenquintett» im zweiten Konzertteil, das sich im 4. Satz um eine Forelle «an einem Bächlein helle» dreht. Diese Komposition von Franz Schubert verlangt eine Besetzung, zu der neben Geigen und Cello auch ein Kontrabass gehört. «Das Stück wird selten gespielt, weil es wegen des Kontrabasses aufwändig ist. Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben, einen Kontrabass hier hochzubringen», sagte Diemut Poppen. Beim rund 40-minütigen Werk hatten die Musikerinnen nur wenige Notenblätter vor sich. Die jüngere Generation bevorzugt dafür teilweise auch in der klassischen Musik ein Tablet als elektronisches Hilfsmittel.
Am Samstag wurden aus dem Bächlein zwei Bäche: An den Musiktagen war nämlich auch Harfen- und Violenmusik aus dem Barock zu hören, komponiert von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel.
Bote der Urschweiz / Patrick Kenel
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Bote der Urschweiz
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